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Entstehung des Tribal-Style-Dance:

Tribal dance (engl. Tribe = Stamm, Sippe) ist keine authentische Folklore, obwohl er auf den Betrachter aufgrund der Kostüme und Bewegungen so wirkt. Er rekonstruiert Stammestänze wie sie früher hätten sein können und ist reine Fantasie.

Einflüsse verschiedener Zigeunerstämme Nordafricas, dem Orient und Indien aber auch aus dem Andalusischen und Hawaiianischen vereinen sich im Tribal zu einer ethnischen Fusion. Die Wurzeln des Tribals sind in den USA zu finden - die Wiege des Tribal Style Dance ist Kalifornien, wo diese Tanzrichtung Ende der 60er Jahre entstand. Es dauerte aber bis Ende der 90er Jahre bis Tribal dance zu uns nach Deutschland gekommen ist und auch hier immer mehr Anhängerinnen fand.


Der Grundgedanke des Tribal dance beinhaltet ein gemeinsames tanzen ohne feste Choreografien. Damit dies immer und überall funktioniert ist eine nonverbale Verständigung innerhalb eines Stammes während des Tanzens nötig.

Dies können Zeichen (Handzeichen oder Blicke, die vorher innerhalb eines Stammes vereinbart werden) sein, um eine neue Bewegung anzukündigen. Jede Bewegung hat ein eigenes Kommando.

Diese Kommandos gibt die vorderste Frau (die am besten von der Gruppe gesehen werden kann) dem Stamm/Tribe, sie leitet den Chorus an und entscheidet welche Figur als nächstes getanzt wird.

Der Stamm tanzt und formt den Tanz jedes Mal neu. Die Tänzerinnen erleben gemeinsam die Kraft und Harmonie der Bewegungen und sind verbunden durch die nonverbale Verständigung. Dies begründet die Faszination des Tribal Dance. 

Bewegungen und Schritte:

Als Grundelemente des Tanzes können Bewegungen des klassischen orientalischen Tanzes, Folklore aller Länder und sogar Flamenco verwendet werden, hauptsächlich jedoch erdige, schnelle Bewegungen der Hüften sowie weiche, langsame Bewegungen des Oberkörpers und der Arme. Langsame schlangenartige Bewegungen und sich immer wiederholende, präzise Schrittkombination verleihen dem Tanz Kraft und Harmonie. Typisch für Tribal ist die stolze Haltung. Die Betonung beim Tribal liegt in der Würde, Macht und Kraft der Frau.

Tribal ist eine Kombination aus Technik, Gefühl, Lebenseinstellung und Erfahrung. Genau wie im klassischen OT bedarf es jahrelangen Unterrichts und Trainings. Die Bewegungen wirken einfach, müssen aber exakt und präzise ausgeführt werden. Die stolze Positur verlangt eine gewisse tänzerische Routine und Erfahrung. Also durchaus kein Tanz für Anfänger. Auch Fortgeschrittene merken sehr bald, dass Tribal eine regelmäßige und intensive Übung braucht.

Kostüme:


Die typischen Kostüme, bestehen aus einem weit schwingenden, langen Rock, darunter wird eine üppige Pumphose getragen. Um die Hüften tragen die Tänzerinnen ein Dreieckstuch und einen einfachen Gürtel, welcher rechteckig oder in einer Bauchtanzgürtelform geschnitten sein kann. Oft werden auch indische Spiegelstücke oder Torhangs (ind. Tür- bzw. Fensterbehänge) zum Gürtel verarbeitet. An dem Hüftgürtel werden Wollbommel in verschiedenen Farben und Größen, Spiegel, Münzen und anderer Schmuck befestigt.

Als klassisches Oberteil gilt das Choli (bauchfreies und rückenfreies Wickeloberteil mit halblangen bis dreiviertel lange Ärmeln, welches hinten mit schmalen Bändern gebunden wird, meist in schwarz), die Choli´s sind oft reich verziert oder es wird ein Münz-BH darüber getragen. Nicht zu vergessen ist der üppige Kopfschmuck; Turbane aus verschiedenen Stoffen, reichlich verziert mit allerlei Münzen, Anhängern, Muscheln, Blumen etc.

Die Farben reichen von dunklen, erdigen Tönen bis hin zu sehr bunten farbenfrohen Kombinationen.  

Es ist aber keine „vorgeschriebene“ Kostümierung vorgegeben. Der Ursprung der Kostüme kann nicht mehr genau nachvollzogen werden.

Die Kostüme eines Stammes sollten stilistisch ein einheitliches Bild ergeben, müssen aber nicht hundertprozentig identisch sein.

Inspiriert werden Tribal-Stämme durch Folkorekostüme aus dem gesamten orientalischen Raum. Die Turbane können z. B. denen der Tuareg in Nordafrika oder denen in Indien ähneln. Die weiten Röcke sowie die bauchfreien Oberteile erinnern an Indien. Nordafrikanische Frauen tragen ähnliche Quastengürtel und den prachtvollen Schmuck findet man in Afghanistan, Indien und Nordafrica.

Der persönliche Stil einer Tänzerin oder einer Gruppe entwickelt sich immer weiter und mit ihnen verändern sich auch die Kostüme -es wird immer wieder ausgeschmückt und umgearbeitet. Der Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt! Erlaubt ist was gefällt! Jeder Stamm entscheidet gemeinsam wie die eigene Stammestracht aussieht!

Schmuck:


Es war immer Brauch in den Orientalischen Ländern, dass die Frauen Schmuck als Wertanlage angesehen haben, Frauen mit viel Schmuck waren wohlhabend.

So ist auch im Tribal der Schmuck ein wichtiger Punkt. Je mehr Schmuck, desto besser. Viele Armreifen, ruhig 3-4 übereinander. Ringe, Ketten, Halsbänder, Ohrgehänge, evtl. auch Nasenringe. Berberfrauen tragen auch Fußschmuck. Ohrgehänge und Broschen können am Turban befestigt werden, ebenso zusätzliche Kettchen.

Echter Schmuck ist teuer und nicht immer zu finden, aber die Wirkung von echten Teilen ist unübertroffen. Marokko, Syrien, Jemen, Indien usw. sind gute Quellen für echten Silberschmuck.

Tribal Make-Up:

Beim Tribal verschwinden die Haare unter dem Turban, deshalb wirkt das Gesicht vom Ausdruck her ganz anders. Aus diesem Grund wird ein spezielles Make up benötigt. Heller Teint, Rouge, dunkles Augen Make-up (hauptsächlich erdige Töne), dunkler Lippenstift sind die wichtigsten Punkte.

Als zusätzlicher Schmuck des Gesichts bieten sich die Gesichts -Tattoos der Berberfrauen an. Striche und Punkte an Wangenknochen und am Kinn gezeichnet,  verstärken das Make-up. In Nordafrika und Südamerika wurden Tätowierungen nicht nur als Stammeszeichen verwendet, sondern auch als magischer Schutz gegen Geister und Krankheiten; nordafrikanische Berber- und Beduinenfrauen trugen Tattoos auf Lippen, Wangen, Nase oder Stirn, manchmal auch um die Brüste und auf dem Bauch.

Jeder Tribal Stamm hat ein eigenes Stammeszeichen, welches auch mit in die Gesichtsbemalung einfliesen kann! Oft wird es auf die Stirn gemalt!

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